Grève générale
Am Donnerstag, den 29.Januar fand also der große Generalreik, französisch Grève générale, statt. An diesem auch "Jeudi noir" genannten Tag sollte ganz Frankreich lahmgelegt werden, um gegen soziale Missstände, als ungerecht empfundene Arbeitsbedingungen, Sarkozys unbeliebte Reformen und die Auswirkungen der Krise zu demonstrieren. Vor allem der Dienstleistungsbereich war betroffen. Das heißt zum Beispiel keine Post oder Müllabfuhr, verspätete Züge, volle Metros. Auch Krankenhäuser oder Kinderkrippen wurden bestreikt. Wegen der Blokaden im Nahverkehr hatte meine Uni vorsorglich schon alle für diesen Tag geplanten Klausuren auf die Folgewoche verschoben. Mich betraf das zum Glück nicht, da ich meine letzte Klausur am Mittwoch hatte. Und deshalb am Donnerstag erst mal nicht wirklich was vom Streik mitbekam, da ich mich erst gegen Mittag auf den Weg in die Stadt machte und keine RER, sondern ein Vélib nahm. Damit steuerte ich das Centre Commercial an der Place d'Italie an, um endlich auch mal von den Soldes, also dem Winterschlussverkauf, zu profitieren und mich mit Shopping bei Etam, Promod & Co für die vorhergegange Intensiv-Lernphase zu belohnen
. Das klappte auch alles wunderbar, da der Handel ja nicht mitstreikte.
Den Streik nahm ich zum ersten Mal wahr, als ich bei Saint Michel 10 Minuten nach einer freien Vélib-Station suchen musste. Denn die Idee, aufs Fahrrad auszuweichen hatten scheinbar noch mehr Leute gehabt. Aber richtig krass war es dann erst bei der Opéra Garnier. Da war ich im wahrsten Sinne des Wortes mittendrin: Hunderte von Demonstranten dazwischen Fotografen, Reporter und ein großes Polizeiaufgebot, auch die "forces anti-émeutes", die mit schweren Stiefeln, Schienbeinschützern, dicken Schutzwesten, Helmen und auch Schlagstöcken ausgetattet sind. Dazu eine enorme Geräuschkulisse aus Trillerpfeifen und Megaphonen. Irgendwann brannten dann auch ein paar Leuchtraketen. Aber zum Glück keine Autos
Soweit bliebs dann doch friedlich. Manche Demonstranten nahmen sich auch eine Auszeit und stöberten bei Promod und Zara die Angebote durch.
Trotzdem blieb der Verkehr noch bis in die Nacht blockiert. Meine RER-Station an der Cité war geschlossen, weil die RER B nur noch zwischen zwei Haltestellen verkehrte. So musste ich um abends zu einer Freundin zu kommen erst die Tram und dann 3 verschiedene Metrolinien nehmen. Und nach Hause bin ich einfach mal wieder mit dem Vélib gefahren. Merci dass es das
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07.02.09 00:23:17, 
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